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Libellen-Potpourri vom Juni

Manchmal haben andere Sachen Priorität oder Umstände ändern sich. Zur Wiederbelebung meines sträflich vernachlässigten Blogs hier meine ersten Libellenbilder dieses Jahr von Anfang Juni; zuerst ein Paarungsrad von Hufeisenazurjungfern:

Paarungsrad Gemeine Becherjungfern

Große Königslibelle bei der Eiablage

Vierfleck

Plattbauch

Blaue Federlibelle

Großer Blaupfeil, Männchen

Großer Blaupfeil, Weibchen

 

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Plattbauch (Libellula depressa)

Das Glück, endlich mal ein Plattbauch-Weibchen zu erwischen, wollte mir bisher nicht hold sein. Als ich drei Männchen sich gegenseitig an einem fast ausgetrockneten Tümpel jagen sah, knisterte es plötzlich und ich sah das „brummende“ Paarungsrad über dem Tümpel herumschwirren. Da! Da! – Das Herz schlägt höher. – Setzt Euch! Setzt Euch doch bitte mal hin! Aber das tun sie nicht, ich glaube, sie paaren sich immer nur in der Luft. Kurz darauf hatten sie sich schon wieder getrennt und das Weibchen legte Eier ab. Es ist zwar nicht die Art Foto, die ich mir gewünscht hätte, aber immerhin ein Anfang:

5 Juni 15 Agger 372

und hier noch ein Männchen:

4 Juni 15 Brühl 179

4 Juni 15 Brühl 172


Libellen am Rielteich I

Zuerst begegnete mir ein Großer Blaupfeil, der gerade sein Frühstück verzehrte.

Austria Juni 14 135 Austria Juni 14 142 Austria Juni 14 529

Hufeisenazurjungfern, zu Beginn ein „Dreiflügli“:

Austria Juni 14 168 Austria Juni 14 227 Austria Juni 14 241 Austria Juni 14 373 Austria Juni 14 379

Der Plattbauch:

Austria Juni 14 182 Austria Juni 14 276

Die Blaue Federlibelle:

Austria Juni 14 197 Austria Juni 14 194 Austria Juni 14 479

Die Blutrote Heidelibelle

Austria Juni 14 325 Austria Juni 14 328 Austria Juni 14 417 Austria Juni 14 442 Austria Juni 14 463 Austria Juni 14 504 Austria Juni 14 510


Plattbauch (Libellula depressa)

Zur rechten Zeit am rechten Ort wollte ich heute sein und war guter Dinge, als ich mich zur Aggeraue aufmachte, um meine ersten Prachtlibellen in diesem Jahr zu finden. Trotz intensiver Suche an allen im letzten Jahr so ergiebigen Stellen glänzten sie heute durch Abwesenheit. War das Timing doch nicht so gut? Zwei Männchen und ein Weibchen sah ich in der Ferne fliegen. Die Agger stand höher und floss schneller an der Stelle, wo ich letztes Jahr gemütlich bis zum Knie im Wasser stehen und knipsen konnte.

Gerade als sich Enttäuschung breit machen wollte, tauchten über den Tümpeln des nicht mehr durchgängigen Seitenarms aber ein paar gemütliche Plattbauch-Männchen auf, um mich zu trösten ;-):

Aggeraue 17 Mai 14 Aggeraue 056 17 Mai 14 Aggeraue 059 17 Mai 14 Aggeraue 090 17 Mai 14 Aggeraue 153 17 Mai 14 Aggeraue 160 17 Mai 14 Aggeraue 343

Fortsetzung folgt …


Der Plattbauch

Woher das hübsche Kerlchen mit den schokobraunen Augen seinen Namen hat, sieht man auf den ersten Blick – sein Hinterleib ist platter und breiter als der anderer Großlibellen. Es ist wirklich schade, dass ich kein Weibchen zeigen kann, es ist hornissengelb. Sie tauchen scheinbar aus dem Nichts auf, paaren sich in der Luft mit den Männchen und sind schon wieder verschwunden. Ich sah einige in die Bäume fliegen. Die blaue Farbe des Männchens ist eine kreideähnliche Deckschicht, die sich mit der Zeit „abgreift“, z. B. durch das Festhalten der Weibchen im Paarungsrad. Der Plattbauch zeigte sich mir als ein Geselle, der sich schon gerne mal hinsetzt und seine Ruhe haben möchte. Wird er jedoch von anderen Männchen angegriffen, verteidigt er sich mutig. So angriffslustig wie der Vierfleck scheint er allerdings nicht zu sein. Wenn man beobachtet, wie er immer wieder aufgescheucht wird, sich dann offenbar notgedrungen eine wilde Jagd mit dem Rivalen liefert und dann schnell wieder ein schönes Plätzchen sucht, möchte man ihm eine Loriot-Zeile in den Mund legen: „Ich möchte einfach nur hier sitzen!“


Libellenpirsch in der Wahner Heide

„Die Wahner Heide – das sind blühende Heiden neben Sümpfen, Heidemooren und Bruchwäldern, offene Dünenlandschaft in Nachbarschaft zu Tümpeln, Teichen und naturnahen Bächen… Rund 700 gefährdete Tier- und Pflanzenarten finden in dem zweitgrößten und artenreichsten Naturschutzgebiet Nordrhein-Westfalens, das zwischen Köln, Rösrath und Troisdorf gelegen ist, eines ihrer letzten Rückzugsgebiete…“, so kann man lesen auf www.wahnerheide.net. Auf Wikipedia erfährt man, dass das Gebiet 2.866 Hektar groß sei. Ich hatte mir bei meinem ersten Besuch im letzten Herbst dort schon Blasen an die Füße gelaufen, aber immerhin hatte ich einen ersten Überblick über das große Gelände gewonnen. Die Westseite grenzt direkt an den KölnBonner Flughafen, so dass man ständig Maschinen starten und landen hört und sieht.

Da dort auch eine große Anzahl von Libellenarten zu Hause ist, habe ich mich nun zum zweiten Mal in diesem Jahr aufgemacht, um einige von ihnen aufzuspüren. Ich bin so früh aufgebrochen, dass ich die erste Zug- und Busverbindung zu dem für mich besten Ausgangsdörfchen erreichte, um möglicherweise noch einige Libellen im Tau zu erwischen, so dass ich um 6.45 Uhr an den Teichen war, an denen ich eine Woche zuvor u. a. die Westliche Keiljungfer und die wunderschöne Gebänderte Prachtlibelle zum ersten Mal gesehen hatte. Es stellte sich heraus, dass die Libellen aus ihrer Morgenstarre zum größten Teil schon „abgetaut“ waren, jedoch saßen die kleinen „blauen Stäbchen“ immer noch ziemlich ruhig auf ihren Halmen, eine konnte ich dabei beobachten, wie sie an einem großen Tautropfen zuerst ihre Morgentoilette erledigte, indem sie erst ihr vorderstes Beinchen immer wieder am Tropfen befeuchtete und sich anschließend damit über die Augen strich, und danach einen erfrischenen Morgentrunk nahm. Die noch vom kühlen, schweren Tau starr im Gras hängenden größeren Libellen, die ich erwartet hatte, ließen sich aber leider nicht aufspüren.

  

Die Blaue Federlibelle im Gras

 
Große Pechlibelle im so genannten Paarungsrad:
Das grüne Männchen hält die Partnerin mit seiner Hinterleibszange am Hals fest, während das blaue Weibchen den Samen aus der Samentasche des Männchens nimmt. Einige Stunden später erfolgt die Eiablage, die das Weibchen dieser Art allein, ohne Begleitung des Männchens, vornimmt.

Was sonst noch kreucht und fleucht:

Der Weg war übersäht mit winzigen, bronce schimmernden Fröschchen, die von einem Teich zum anderen wollten und die Größe eines kleineren Fingernagels hatten. Teichfrösche trifft man natürlich auch immer.

 

Falter
und solche, die es mal werden wollen:
Kommafalter, Raupe Brauner Bär, Märzveilchenfalter und Kaisermantel
      
 
Schwebfliege und Wespenschwebfliege
 

Auf meinem weiteren Rundgang durch noch unbekannte Gebiete der Heide entdeckte und erwischte ich später zum ersten Mal ein junges Männchen des Kleinen Blaupfeils, der jedoch seine endgültige Ausfärbung noch nicht hatte und in einem schönen Orangebraun leuchtete, und einen schönen großen Plattbauch. Der große Blaupfeil ließ mich so nahe heran, dass ich, neben ihm liegend, mein Objektiv bis auf ca. 10 cm an ihn heranbringen konnte. Er ließ sich bei seinem Sonnenbad nicht stören.

Großer Blaupfeil
 
 
Kleiner Blaupfeil
 
 
     
 
 
 
Vierfleck
 
 
 
Plattbauch
 
 
Westliche Keiljungfer
 

Das größte Highlight war jedoch, dass ich das Glück hatte, eine Große Königslibelle bei der Eiablage zu erwischen. Diese Art sieht man sonst kaum sitzend, sie sind nur am Herumschwirren wie kleine Helikopter.

Neckisch: das daneben ebenfalls mit der Eiablage beschäftigte Paar Kleinlibellen, möglicherweise Hufeisen-Azurjungfern (der Name rührt von einer hufeisen- oder u-förmigen Zeichnung auf dem zweiten oberen Hinterleibssegment). Bei anderer Gelegenheit hätten sie der Großen Königslibelle möglicherweise eine leckere Mahlzeit sein können, denn Libellen fressen sich auch untereinander. Bei der Hufeisen-Azurjungfer (z. B.) hält das Männchen das Weibchen während des Tandemfluges und bei der Eiablage mit seiner Hinterleibszange fest. Bei der Eiablage im Wasser steht dann sozusagen das Männchen gerade auf dem Weibchen, um dieses zu schützen und bei Gefahr durch Fressfeinde sofort hochziehen zu können, aber auch um Nebenbuhler abzuwehren.

Mehr Libellenfotos gibt’s im Flickr-Album. 🙂