Plitvicer Seen – Teil 3

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Wenn man – wie ich – nicht ganz so sorglos gut zu Fuß und bei Kräften ist, macht man sich bei neu zu erkundenden Plätzen vielleicht schon ein paar Gedanken, wie: Was ist, wenn ich irgendwo abbrechen muss, weil ich nicht mehr kann? Was ist, wenn ich mich verlaufe und dadurch den Weg stark in die Länge ziehe? Kann so ein großer Park überhaupt übersichtlich genug und gut genug ausgeschildert sein? Wie komme ich überhaupt von der Schluchtkante nach unten und wie auch wieder hoch, wie hoch ist das überhaupt und schaffe ich das? Diese ganzen Sorgen kann man sich in Plitvice getrost sparen, wenn man nicht gerade mit dem Rollstuhl, dem Rollator unterwegs oder sonstwie ganz schlecht bei Kräften ist. Ich habe jedenfalls auch Leute mit Krücken, Kinderwagen und 7 Hunden an der Leine gesehen, geht alles. Ich hatte mir natürlich auch vorher schon mögliche Touren, die mit Stundenangaben versehen waren, genau angekuckt und ausgesucht. Aber da sah man erst mal nicht, wo was genau ist und wo es hoch und runter geht, aber hat man erst mal den Einlass 1 passiert und wirft gleich zwei Minuten später einen Blick auf den höchsten Wasserfall, fallen schon mal alle Fragen von einem ab und man genießt einfach nur den Anblick und dann folgt man erst mal dem Weg. Kurz: Ich glaube nach meinen vier Tagen dort nicht, dass man sich verlaufen kann oder auf irgendwelchen einsamen Wegen verlorengehen kann. Einsame Wege? Doch, einmal, nämlich an dem verregneten Tag, fand ich einen solchen. Ich hatte ich mich dafür entschieden, den gegenüberliegenden Höhenweg über der Schlucht mit einigen Aussichtspunkten auf die Seen zu erkunden. Und das war eine gute Idee. Während sich die immer noch in genügender Anzahl vorhandenen, bunte Regencapes tragenden Tagesausflügler auf den Hauptwegen tummelten, schlug ich den Weg nach oben ein und hatte einen wundenschönen Waldweg ganz für mich alleine. Es gab diverse Ausblicke auf die Seen und einge Wasserfälle darunter. Und just als ich schon trotz der Regensachen ziemlich durch war und mich nach einer Hütte sehnte, kam sie auch kurz darauf oberhalb des großen Wasserfalls. Als ich an einem sonnigen Tag noch mal hier lang ging, war es immer noch relativ leer im Vergleich zu den unteren Hauptwegen, diesen schönen Weg oberhalb der unteren Seen zwischen der Anlegestelle am Kozjaksee und dem großen Wasserfall sollte man sich zur Entspannung nicht entgehen lassen, wenn man genügend Zeit hat.

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Verlaufen: Nee, kann man sich eigentlich nicht, denn man läuft ja eh immer zwischen Leuten, vor einem, hinter einem, neben einem. Eine Karte sollte man schon dabei haben, damit man den Überblick nicht verliert, wo man sich gerade befindet. An jedem See ist ein Schild angebracht, das dessen Namen, Fläche, Tiefe und Position in der Kaskadenkette anzeigt.

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Ein großer Knotenpunkt im Park ist die Schiffsanlegestelle am Kozjaksee, wo es eine Wiese mit Tischen und Bänken, zwei Schnellrestaurants, einen Souvenirladen und Toiletten gibt. Um bei schönem Wetter noch mal auf den oberen Waldweg zu gelangen, passierte ich diesen Punkt. Und ich war sehr sehr froh, dass ich an diesem Tag nicht mit dem Schiffchen fahren wollte… irgendwo rechts hinten ist die Anlegestelle.

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Zum Schluss noch ein paar allgemeine Eindrücke:

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14 Antworten

  1. Wunderbare Bilder mit herrlichen Ausblicken, aber diese Menschenmengen und überall „Schlange stehen“. Da würde ich auch einsame Wege vorziehen.

    17. September 2016 um 06:20

    • Diese lange Schlange vor dem Bootssteg habe ich so auch nur einmal gesehen, am anderen Ufer war es etwas weniger. Fotos von den vollen Stegen, wo man im Gänsemarsch gehen muss, habe ich gar nicht machen wollen, weil es mir auf die Nerven ging und ich so gerne allein(er) gewesen wäre. Jetzt denke ich, ich hätte mal ein paar knipsen sollen als Anschauung und auch als Abschreckung für einen Besuch im August.😉 Man muss so früh wie möglich morgens los, dann hat man schon auch noch ein paar leerere Wege.

      17. September 2016 um 11:29

  2. Liebe Cornelia,
    da hast du ja eine wunderschöne Reise hinter dir.
    Ich freue mich, dass du bei sehr guter Gesundheit und Kondition warst, um diese herrlichen Wanderungen zu machen. Das blaue Wasser ist ein herrlicher Anblick, da möchte man sofort hinein springen.
    Auf diesen Wanderwegen wären mir allerdings zu viele Menschen unterwegs gewesen. Aber, da wo es einem selbst gut gefällt, möchten andere ja auch hin.
    Ich denke, alles in allem hast du sehr schöne, erlebnisreiche Tage dort verbringen können.
    Weiterhin wünsche ich dir alles Liebe und sende dir
    herzliche Grüße aus dem Münsterland
    Ruth

    17. September 2016 um 09:10

    • Danke, liebe Ruth!
      Ja, mit der Gesundheit hatte ich dort wirklich Glück, das Wetter war für mich auch ideal. Ich hatte einen sehr starken Wunsch, diesen Ort zu besuchen und musste „dank“ meiner Urlaubsplanung im August nun wohl oder übel die Menschenmassen in Kauf nehmen. Und das hat wahrscheinlich der Großteil der Besucher gedacht. Wer würde dort nicht lieber mit nur wenigen Menschen langspazieren. Aber so ist es eben mit besonders schönen Orten: alle wollen sie sehen, und wer könnte ihnen das verdenken. Man muss einfach für sich selbst recherchieren, wann die beste Zeit wäre und es noch mal versuchen. Das habe ich jedenfalls vor.🙂

      17. September 2016 um 11:33

  3. Ich war vor mehr als einem viertel Jahrhundert dort und erinnere mich noch heute. Daher Danke, dass ich den Weg in Gedanken und mit Deinen Bildern noch mal gehen konnte.

    Liebe Grüße
    San

    17. September 2016 um 09:31

    • Danke, das freut mich! Kürzlich habe ich mir noch mal den „Schatz im Silbersee“ angekuckt, und da sah ja alles noch ganz anders aus, wilder und romantischer ohne die Touristenstege. Auch die Szenen in der Schatzhöhle könnte man heute so nicht mehr drehen, da nun überall Eisengeländer angebracht sind. Zum großen Wasserfall gelangte man offenbar auf einer Landzunge, auch nicht schlecht! Und ich habe Götz George beneidet, dass er durch das schöne klare Wasser schwimmen durfte.😀

      17. September 2016 um 11:36

  4. Auch von mir vielen Dank, liebe Cornelia, daß du uns an diesem schönen Urlaub teilnehmen ließt. Herrliche Eindrücke von dieser reizvollen Landschaft hast du gezeigt. In Gedanken paddele ich jetzt auf Winnetous Spuren im Kanu über die Seen.🙂
    Es ist einfach schön, deine Fotos genießen zu können.
    Aber ich sage ganz offen, für mich wäre so ein langer Marsch zu Fuß nichts gewesen. Dafür fehlt mir die Kondition. Auch würde mich auf diesen Wanderstegen ständig ein mulmiges Gefühl begleiten.

    Viele Grüße
    Dieter

    17. September 2016 um 13:14

    • „aber hat man erst mal den Einlass 1 passiert und wirft gleich zwei Minuten später einen Blick auf den höchsten Wasserfall“
      Das klingt gut für mich. Größere Touren gehen leider nicht mehr, um so mehr habe ich deine Bilder genossen.

      17. September 2016 um 13:27

      • Ja, viele Besucher werfen auch auf der Durchreise einen Blick in den Park, man kann auch eine ganz kleine Runde machen.

        17. September 2016 um 14:01

    • Dankeschön! Man muss aber keine langen Touren machen, auch auf kurzen Strecken kann man schon viel Schönes sehen. Außerdem kann man pro Tag eine längere Strecke mit dem Boot zurücklegen und eine weitere mit einem Panoramazug, so dass man z. B. hinfahren und zurücklaufen kann oder umgekehrt, so dass man auch – je nachdem, wo man losgeht – eine Tour mit 3 – 4 km machen kann.

      17. September 2016 um 13:55

  5. Wow… an incredible place indeed🙂

    Beautiful images🙂

    18. September 2016 um 13:59

    • Thank you! I also want to go to see it again, hopefully when there are a bit less visitors.😉

      18. September 2016 um 14:23

  6. PeM

    Würde mich total entmutigen, diese Menschenmassen. Ein Grund – für mich jedenfalls – trotz aller Schönheit dort nicht hinzufahren.

    21. September 2016 um 12:38

    • Naja, das war jetzt eine Momentaufnahme vom August. Es wäre zu „prüfen“, ob es nicht auch noch anders geht. Für mich waren es die Aus- und Ansichten wie in Teil 1 und 2 wert, die Menschenmassen hinzunehmen.😉

      22. September 2016 um 00:16

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