Gemeine Winterlibelle (Sympegma fusca)

Heute mal ganz anders: nach all der Libellen-Bilderflut der letzten Tage gibt es heute ganz bescheiden ein einziges Foto. Aber nicht irgendeins! Das war so: im Juli hatte ich in einem Naturschutzgebiet eine kleine blass-braune Libelle gesehen und war mir ziemlich sicher, dass es sich dabei um eine Gemeine Winterlibelle handelt. Ganz aus dem Häuschen beschäftigte ich mich fotografisch eine längere Zeit mit ihr, folgte ihr über den Weg zu den Büschen und frohlockte über meine Neuentdeckung. Zu Hause bei näherem Hinsehen und Vergleichen kam dann die Ernüchterung – es handelte sich dabei lediglich um ein blasses Weibchen der Becherjungfer.

Am letzten Sonntag in einem anderen Naturschutzgebiet, nachdem ich die Herbstmosaikjungfern, die Weidenjungfern und diverse Heidelibellen fotografiert hatte, war ich schon auf dem Nachhauseweg, als mein Blick auf eine ziemlich dicht am Boden an einem Halm sitzende blasse Kleinlibelle fiel, offenbar irgendein Weibchen, wahrscheinlich wieder eine Becherjungfer. Ich überlegte einen Moment: Na, sollste die noch mitnehmen oder nicht? Ich entschloss mich, diesem kleinen Geschöpf die letzten Schüsse des Tages zu widmen und tastete mich langsam näher heran. Sie duldete meine Nähe nur einen kurzen Moment und verschwand dann über die Wiese in die Nachmittagssonne. Zu Hause dann die große Überraschung: dieses Mal war es – völlig unerwartet – eine Gemeine Winterlibelle. Männchen und Weibchen unterscheiden sich hier, anders als bei den meisten anderen Arten, farblich nicht voneinander. Hier haben wir ein Weiblein:

Die Gemeine Winterlibelle ist eine Libellenart aus der Familie der Teichjungfern (Lestidae). Verbreitet ist die Art vor allem im europäischen Mittelmeerraum. Aber auch in Mitteleuropa und östlich bis zum Ural ist die Libelle oft anzutreffen. Im Gegensatz zu fast allen anderen Libellenarten überwintert sie als geschlechtsreifes Fluginsekt (Imago) und nicht als Larve. (Wikipedia)

14 Antworten

  1. In das Bild möcht ich mal gaaanz weit reizoomen…

    15. September 2012 um 15:26

  2. Die möchte ich auch mal antreffen!

    15. September 2012 um 17:40

    • Das war nur ein paar Meter neben dem hinteren Tümpel.

      15. September 2012 um 18:53

  3. Eine wunderschöne Libelle. Und angemessen mit nur einem, zarten Bild.
    LG Michel.

    15. September 2012 um 18:46

    • Ich hoffe zwar, dass ich ihr noch öfter mal begegnen werde, aber irgendwie war es auch entspannend, dieses Mal nur ein Bild zu haben.🙂

      15. September 2012 um 18:56

  4. Wie erkennst du denn das Weibchen, wenn Männchen und Weibchen sich farblich nicht unterscheiden? – fragt sich gerade
    Marion

    15. September 2012 um 18:50

    • Das erkennt man am verdickten Ende und an der Gestaltung des Hinterleibs. Auch insgesamt ist das Abdomen etwas breiter als bei den Männchen. Die Männchen haben am Ende eine „Greifzange“, mit der sie die Weibchen bei der Paarung und bei der Eiablage festhalten.

      15. September 2012 um 18:55

  5. PeM

    MUAH, ich krieg‘ die Krise, Du hast tatsächlich eine Winterlibelle erwischt?! Total cool! Und trotz aller Blässe, superschön ist die. Und toll erwischt hast’se auch. Na, das hat sich ja richtig gelohnt, wa? Ich freu‘ mich für Dich!🙂

    16. September 2012 um 10:20

  6. Danke, meine Liebe, ich freu mich auch! Eine für mich neue Libellenart zu erwischen, ist immer eine tolle Sache!🙂

    16. September 2012 um 20:55

  7. Herzliche Gratulation zu deinem unerwarteten Fund und dem wunderbaren Foto.
    LG Claudia

    18. September 2012 um 14:52

    • Vielen Dank! Ja, meistens kommt sowas Schönes, wenn man gar nicht mit gerechnet hat.

      18. September 2012 um 15:34

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