Fragiles Metallicstäbchen: die Weidenjungfer (Chalcolestes viridis)

Bitte seht es mir als Libellenverrückte nach, dass sich die Bilder oft ähneln oder aus der gleichen Serie sind. Einige habe ich schon zusammengefasst. Der Einfachheit halber und weil dort alles Wichtige kompakt zusammengefasst ist, zitiere ich für die Beschreibung hier Wikipedia:

Die Körperlänge beträgt 40 bis 50 Millimeter, die Flügelspannweite 50 bis 60 Millimeter. Der Körper der Jungtiere ist grünmetallisch. Mit zunehmendem Alter wandelt sich die Färbung zu Kupfer- oder Bronzetönen. Die von dunklen Adern umrandeten Flügelmale sind beim jungen Tier weiß und beim älteren einfarbig hell-ocker bis hellbraun. Ein charakteristisches Merkmal ist ein nach vorn gerichteter Zipfel in der seitlichen Thoraxzeichnung.

Weidenjungfern kommen an stehenden und langsam fließenden Gewässern vor, in deren unmittelbarer Ufervegetation Weichholzbaumarten, wie Weiden, Erlen, Pappeln oder auch Faulbaum vorhanden sind. Zweige, die über die Wasserfläche ragen, werden dabei für die Eiablage bevorzugt, sind aber nicht obligat.

Mit Hilfe des Legebohrers sticht das Weibchen rund 200 Eier in die Rinde von Zweigen verschiedener Weichholzbaumarten ein. Die Eiablage erfolgt in Tandemstellung oder, abends bei abklingender Aktivität, auch allein durch die Weibchen. Die Eier überwintern in der Gehölzrinde. Im April des Folgejahres lassen sich die etwa zwei Millimeter großen Prolarven auf die Wasseroberfläche fallen. Sobald sie mit Wasser in Berührung kommen, häuten sie sich zur Larve. Für den Fall, dass die Prolarven auf dem Erdboden landen, sind sie in der Lage, sich hüpfend zum Wasser zu bewegen. Innerhalb der folgenden zwei bis drei Monate erreichen die Larven im Wasser nach zwölf Häutungen eine Länge von 30 Millimetern und sind dann ausgewachsen. Ab Anfang Juli kriechen die Larven an Pflanzenstängeln aus dem Wasser und häuten sich ein letztes Mal zur ausgewachsenen Libelle. Nach zwölf Tagen sind die Tiere dann geschlechtsreif. Die Flugzeit der adulten Tiere reicht bis September/Oktober.“

Die Eiablage hatte ich im letzten Jahr sehr gut beobachten können, wer noch mal kucken möchte: Die Gemeine Weidenjungfer

10 Antworten

  1. PeM

    Hach, sind die nicht bildschön?
    Also, nach der Gebänderten Prachtlibelle und dem Blauen Stäbchen gehört die Gemeine Weidenjungfer zu meinen Lieblings-Libellenarten. Ich mag das Fragile, Schlanke an diesen Arten. Ich finde sie einfach ästhetischer als z.B. einen Plattbauch, oder eine Mosaikjungfer. Diese Großlibellen sind erhabener und irgendwie majestätischer, keine Frage. Aber ich steh‘ nun mal auf zierlich und filigran. Und die Gemeine Weidenjungfer ist ein sehr schönes Beispiel für ‚Weniger ist Mehr‘ *lach*
    Schade nur, dass sie offenbar die Nähe zum Gehölz bevorzugt – bei so einem schillernden Tierchen wäre das Schilf oder blauer Himmel ein idealer Hintergrund. Mein Favorit in dieser Reihe daher: das Zweierset, wo rechts der Himmel einen suuuperschönen Kontrast liefert🙂

    12. September 2012 um 11:02

    • Vielen Dank, meine Liebe. Das freut mich ja, dass diese Tierchen genau Deinen Geschmack treffen. Das Pärchen hing ziemlich weit oben und formte dann ein Paarungsrad. Abstand und Perspektive waren aber zu ungünstig, so dass es davon keine weiteren brauchbaren Bilder gibt. Manchmal sitzen sie auch im Schilf, aber das ist dann meistens zu weit weg für das Makro, und das brauche ich für diese winzigen Dingelchen schon. Diese hier sitzen eigentlich alle im Schilf, außer die mit dem blauen Himmel im Hintergrund, die hängen am Ast. ;-D Dieser neutralere Hintergrund gefällt mir aber besser. Wenn ich es mir aussuchen könnte, dann hätte ich schon lieber mal eine Mosaikjungfer auf der Hand.😉

      12. September 2012 um 11:27

  2. Mir gefallen deine Bilder immer wieder. Du könntest eigentlich inzwischen ein schönes Libellenbuch gestalten.

    12. September 2012 um 11:10

    • Danke schön, das freut mich. Ach nein, für Bücher gibt es weitaus spektakulärere Aufnahmen, und es fehlte auch noch mehr Artenvielfalt. Es gibt übrigens einige sehr schöne Libellenbücher.

      12. September 2012 um 11:29

  3. Klasse Aufnahmen, wie die meisten von uns sie in Natura wahrscheinlich nie zu sehen bekommen.

    Prima, dass du aus Wikipedia zitiert hast. So genau hatte ich mich bisher nicht damit befasst. Ganz schön spannend.

    Liebe Grüße
    Marion

    12. September 2012 um 11:23

    • Danke schön. Normalerweise liest man sich so etwas ja auch erst durch, wenn man sich für die Arten zu interessieren beginnt, sie bestimmen möchte und auch wissen, wann man wo mit deren Anwesenheit rechnen darf.😉

      12. September 2012 um 11:30

  4. Mal wieder *staun*….so wundervoll!!

    12. September 2012 um 14:32

    • Danke schön! Der größte Aufwand an der Sache ist wirklich das Rumlaufen und Suchen.

      12. September 2012 um 15:18

  5. Sehr schön getroffen! Bild Nummer 1 ist mein Favorit. Wie die sich an die Spitzen von Zweigen, Ästen oder kleinen Hauptstämmen von abgebrochenen Pflanzen klammern, habe ich ebenfalls schon häufig beobachten dürfen. Liegt anscheinend in den Genen.^^

    12. September 2012 um 21:08

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