Fotowettbewerb von Global Giving

Heute gibt’s mal keine Fotos von mir zu sehen, aber es gibt welche, und ich finde, es sind auch sehr schöne.

Ein guter Freund von mir, der in Jodhpur, Rajasthan, lebt, hat 2007 den Sambhali Trust, eine Basisorganisation, die unterprivilegierte Frauen und Kinder stärkt, ausbildet und zum Teil auch beschäftigt, gegründet, zuerst um den „Dalit“, den ehemals so genannten „Unberührbaren“ eine Chance auf ein besseres Leben zu geben, aber auch Menschen anderer unterprivilegierter Schichten. Inzwischen hat sich die Organisation erweitert auf eine Dorfschule, Schul-Sponsoring, diverse Dorfprojekte mit Selbsthilfegruppen, in denen die Teilnehmer durch ein mikrokreditähnliches System ein kleines Geschäft starten können, ein Nähzentrum, eine Boutique, ein Frauenhaus und wechselnde diverse kleinere Projekte. Hauptschwerpunkte sind Grundlagenunterricht in Hindi, Englisch, Gesundheit und Hygiene, Frauenrechte, Stärkung des Selbstbewusstseins und ganz besonders das Erlernen von Handarbeitstechniken, wie Nähen, Sticken, Blockdruck zum Fertigen von Kleidung, Gebrauchstextilien und Stofftieren, die dann in Sambhalis Boutique in Jodhpur verkauft werden. Alle Einnahmen Sambhalis fließen in die Bezahlung der Mädchen und die weitere Unterhaltung der Organisation, es wird kein Profit gemacht. Sambhali lebt von Spenden und der Hilfe von derzeit jährlich ca. 30 bis 40 Volontären aus der ganzen Welt. Daneben beschäftigt Sambhali derzeit 14 feste MitarbeiterInnen. Ich habe großen Respekt für Govind Singh Rathore, den Gründer von Sambhali, dass er diese nun schon so beeindruckend gewachsene Organisation im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Nichts ins Leben brachte, denn er hatte kein Geld, das er investieren konnte, weder damals noch heute. Allein durch seinen starken Wunsch, den Frauen aus den untersten und ärmsten Schichten zu helfen, etwas zu verändern in der Gesellschaft und durch seinen Enthusiasmus und sein freundliches und mitreißendes Charisma ist Sambhali entstanden und gedeiht weiter, ca. 600 Frauen und Kinder profitieren derzeit von Sambhalis Projekten. (Wen die Lebensumstände der Teilnehmerinnen näher interessieren und wer mehr über die Organisation wissen möchte, findet viele Infos auf Sambhalis Website).

Ich habe Euch diesen kleinen Überblick gegeben, damit Ihr eine Vorstellung davon bekommt, wieviel es für Sambhali bedeuten würde, den Global Giving Photo Contest zu gewinnen. Die Organisation mit den meisten Stimmen gewinnt 1.000 $ und wird einen Tag lang auf der Hauptseite von Global Giving zu sehen sein. Wer dabei mithelfen möchte, kann für die beiden Sambhali-Fotos seine Stimme abgeben, die Aktion rebloggen, tweeten, weitererzählen.

Abstimmen könnt Ihr über diese Links Sambhali-Foto 1 und Sambhali-Foto 2. Ihr bekommt dann von Global Giving eine E-Mail, in der Ihr die Abstimmung bestätigen müsst, damit sie gezählt wird.

Beide Fotos sind von dem Fotografen und Sambhali-Unterstützer Francisco de Souza gemacht worden.

Das erste Bild zeigt Kinder von ärmeren Familien, die in der Nähe der Dorfschule Sambhalis im Dorf Setrawa leben. Bevor es mit Hindi, Englisch und Mathe losgeht, waschen sie sich bei Sambhali und putzen sich die Zähne, da sie oft zu Hause keinen eigenen Wasseranschluss haben und das Wasser von weit entfernten Brunnen holen müssen.

Das zweite Bild zeigt Leela, die zuerst in Sambhalis Dorfschule in Setrawa ging und jetzt teilnimmt am Sambhali Sheerni Educational Projekt und in Jodhpur zusammen mit 14 anderen Mädchen in eine gute private Schule geht. Die Unterkunft und Verpflegung in Jodhpur wird ebenfalls von Sambhali gestellt.

Die Kasten in Indien sind offiziell abgeschafft, in der Paxis hat sich jedoch so gut wie nichts geändert. Darunter leiden am meisten die Mitglieder der Gemeinschaft der „Dalit“, der so genannten Kaste der Unberührbaren, die die untersten, schmutzigsten, giftigsten Berufe ausübt und damit als „unrein“, also für alle anderen „unberührbar“ gilt. Ein Mitglied einer höheren Kaste dürfte kein von einem Dalit zubereitetes Essen zu sich nehmen, sonst würde er sich „verunreinigen“. Auch sonst hält man sich fern von diesen Menschen und spricht ihnen ihre Rechte ab. Sie leben in großer Armut, oft am Existenzminimum, wohnen mit der ganzen Familie oft nur in einem Raum von wenigen Quadratmetern. Schulbildung gibt es kaum, für die Mädchen schon mal gar nicht. Für offizielle Statistiken gilt in Indien jeder, der seinen Namen schreiben kann, nicht mehr als Analphabet.

Eine Antwort

  1. Pingback: Freunde für Sambhali | Zeig doch mal die Bilder!

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